Ergebnisse der schriftlichen Steuerberaterprüfung in Baden-Württemberg
Erstmals veröffentlichte Notenverteilung aller Kandidat*innen sorgt für neue Transparenz
Am 5. Januar 2026 wurden die Ergebnisse der schriftlichen Steuerberaterprüfung in Baden-Württemberg in einer neuen Form bekannt gegeben.
Diese neue Transparenz ermöglicht erstmals eine fundierte Einordnung der Ergebnisse – und liefert einige aufschlussreiche Erkenntnisse.

Teilnehmerzahlen und Prüfungsform
Insgesamt nahmen 576 Kandidat*innen an der schriftlichen Steuerberaterprüfung in Baden-Württemberg 2025 teil.
217 Prüflinge schrieben digital (37,67 %)
(Vorjahr: 20,12 %)359 Prüflinge schrieben handschriftlich (62,33 %)
Die Ergebnisse werden in der veröffentlichten Liste nicht nach digitaler oder handschriftlicher Bearbeitung differenziert.
Ob die im Vorjahr beobachtete digitale Bestehensquote von rund 77 % erneut erreicht oder sogar übertroffen wird, lässt sich daher aktuell nicht beurteilen.

Die Notenverteilung: Extreme sind die Ausnahme
Ein Blick auf die Notenverteilung zeigt ein sehr klares Bild:
305 Personen haben die schriftliche Steuerberaterprüfung bestanden
(52,95 %)271 Personen verfehlten die Zulassungsgrenze von 4,50
(47,05 %)
Auffällig ist dabei insbesondere die Verteilung an den Rändern:
Nur 4 Personen erzielten mit 2,83 die besten Ergebnisse in Baden-Württemberg
33 Personen erreichten Noten zwischen 3,00 und 3,33
291 Personen lagen im Bereich zwischen 4,00 und 4,83

Was diese Zahlen objektiv zeigen
Aus der Verteilung lassen sich mehrere zentrale Erkenntnisse ableiten:
Exzellente Leistungen sind statistisch äußerst selten
Die eigentliche Herausforderung liegt nicht im oberen oder unteren Extrem, sondern im Grenzbereich
46 Personen (7,99 %) verfehlten mit der Note 4,66 die Zulassung zur mündlichen Prüfung nur äußerst knapp
Gerade deshalb ist der Bereich zwischen 4,16 und 4,50 sowohl psychologisch als auch strategisch der entscheidende.
Die Steuerberaterprüfung zeigt damit einmal mehr, dass sie keine klassische Wissensprüfung mit großen Abständen ist, sondern eine Extremprüfung mit minimalen Punktunterschieden.
Die unbequeme Frage: Warum diese jährlichen Ergebnisse trotz guter Rahmenbedingungen?
An dieser Stelle drängt sich eine Frage auf, die bewusst offen bleiben darf:
Woran liegt es, dass trotz monatelanger Freistellungsphasen, intensiver Vorbereitung und häufig erheblicher finanzieller Unterstützung durch Arbeitgeber lediglich vier Personen besser als 3,0 abschneiden – während gleichzeitig zwölf Kandidat*innen mit der Note 6,0 ausscheiden?
Eine eindeutige Antwort darauf gibt es nicht.
Aber eines lässt sich aus den Zahlen klar ableiten.
Und zwar die Bedeutung für die mündliche Steuerberaterprüfung
Die Ergebnisse aus Baden-Württemberg zeigen sehr deutlich:
Die Entscheidung fällt selten eindeutig
Sie fällt im Grenzbereich
Und sie fällt nicht allein über Fachwissen
Für alle Prüflinge, die mit einer schriftlichen Gesamtnote zwischen 4,0 und 4,5 zur mündlichen Prüfung zugelassen wurden, gilt daher:
👉 Die mündliche Steuerberaterprüfung ist keine Formalie – sie ist die eigentliche Entscheidungsprüfung.
Hier zählen insbesondere:
strukturiertes Auftreten
verständliche Kommunikation
taktisches Verhalten im Kurzvortrag und in den Fragerunden
Oder anders formuliert:
👉 Die schriftliche Prüfung entscheidet, ob du eine Chance bekommst.
Die mündliche Prüfung entscheidet, ob du sie nutzt.
In diesem Blog haben wir erläutert, wie du deine Erfolgschancen erhöhen kannst.
Die erstmals veröffentlichte Liste mit allen anonymen Kennungen findest du hier.

